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Alles, was auf unserer Reise mit San Pedro de Atacama zu tun hat, ist von Anfang an extrem: wir haben spontan unterwegs unsere komplette Route auf San Pedro angepasst, warten an Saras Geburtstag 12 Stunden lang (bis 3 Uhr nachts!) in Jujuy am Busbahnhof auf den Nachtbus und legen weitere 1500 Kilometer Umweg zurück, nur für dieses Ziel. Hitze (+40°), Kälte (-7°), Höhe (4870 m über N.N.) und morgens um 4 aufstehen sind dann die Extreme, die in San Pedro auf uns warten.

Aber schon unterwegs wendet sich wieder mal unser Blatt von der schrecklichsten, anstrengendsten Zumutung zum ergreifenden Highlight unserer Reise. Wir überqueren den Hauptkamm der Anden über den 4300m hohen Jama-Pass, wo wir unsanft um 6 Uhr morgens und völlig erschöpft zum Check-in an der chilenischen Grenze geweckt werden. Mir ist wieder schlecht durch die Höhenluft, aber mit der tiefstehenden Morgensonne fahren wir dann weiter durch die unwahrscheinlichste, ergreifendste Landschaft, die man sich vorstellen kann. Das Hochplateau der Anden ist gespickt mit bizarren Felsformationen, am Horizont reihen sich Ketten von Vulkanen auf. Die Fahrt geht an Salzseen, blauen Lagunen und Schneefeldern vorbei. Die mondartige Steppenlandschaft ist nur von knallgelben Grasbüscheln bewachsen, durch die kleine Herden von wilden Vikunjas ziehen. Trotz des spektakulären Ausblicks, den wir Tage später noch mal mit einer geführten Tour erkunden werden, schlafen wir beide noch mal vor Erschöpfung ein, bevor wir endlich im staubigen, ausgetrockneten San Pedro ankommen.

 

Auf Unvorbereitete (und auf Sara) machen die halb verfallenen, lehmbraunen Baracken an den schlechten Schotterstraßen zunächst einen schockierenden Eindruck. Das staubige Chaos ist bei unserer Ankunft mit hunderten Chile-Fahnen, einem bunten Straßenbild aus Backpackern und einheimischen Artesano-Händlern geschmückt und über allem ragt in der langen Kette der Andengipfel am Horizont der mächtige Licancabur – größter Vulkan neben dem benachbarten Lascar und nach dem Glauben der Indios Beschützer der Oase und der Siedlung.

Wir irren erschöpft zu unserem Hostel, schaffen es, chilenisches Geld abzuheben (das an den drei Geldautomaten schnell zuneige geht) und fallen nur noch fertig ins Bett. Die nächsten zweieinhalb Tage werden wir nichts tun als die Aussicht zu genießen und zu schlafen.

 

Frisch entspannt beginnen wir dann irgendwann unsere Tour durch die Büros der Tourveranstalter (das zählt in San Pedro schon als eigenes Abenteuer). Wie es sich für einen echten Touristenort gehört, gibt es nur zwei Arten von Menschen und drei Arten von Gebäuden: Touristen, Leute die Touristen was verkaufen, Restaurants, Tour-Büros und Hostels. Dazu kommen noch die Artesano-Märkte mit Artesanos drin. Nach zwei Stunden in vier Büros wissen wir genau um die Naturwunder und Outdoor-Spektakel in der Atacama-Wüste bescheid: Alles dreht sich ums Sandboarden, der Geysir-Tour zum Krater des El Tatio Vulkans, die diversen Salzseen und flamingobewohnten Lagunen, und die mondhafte Wüstenlandschaft selbst. Alternativ stehen Mountainbiking, Sternbeobachtungen (nicht weit weg stehen die größten Teleskope der Welt auf 5000m hohen Bergen), heiße Thermalquellen und Jeep-Touren nach Bolivien zur Auswahl.

Wir entscheiden uns aber nur für die Highlights ‚Geysirs del Tatio‘, eine Tagestour ins Andenhochland zur Tara-Lagune und zu monumentalen Felsformationen und für die must-do-Tour zum Sonnenuntergang ins mondgleiche Valle de la Luna.

Peter.

 


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