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Montevideo ist eine wunderschöne Hauptstadt mit viel Charme und steht für mein Empfinden zu unrecht im Schatten von Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires, die quasi direkt gegenüber liegt. Getrennt werden die beiden Städte vom Rio de la Plata. Hier sind viele alte Kolonialbauten erhalten, die das Stadtbild auf eine sehr schöne Art und Weise prägen. Natürlich gibt es aber auch einige Wolkenkratzer… Montevideo mit einem Wort zu beschreiben ist schwer – aber zum Versuch: eine Mischung aus historisch, modern, morbide und hübsch.

Als Unterkunft haben wir ein sehr schönes altes Hotel gefunden, das seit Generationen als Familienbetrieb im Herzen der Stadt liegt. Schnuckelige kleine Zimmer mit antik anmutenden Möbeln und ebenso antiker kleiner Empfangsdame, die zwar kein Wort Englisch spricht, dafür aber um so mehr auf Spanisch zu erzählen hat, was wiederum wir nicht verstehen – sehr charmant. Der Höhepunkt des Hostels ist ein alter eisener Aufzug, dessen Gittertüren man noch per Hand schließt.

 

Die Stadt an sich zeigt sich von ihrer schönen Seite – die Sonne kommt wieder raus. Wir machen Sightseeing und laufen uns dabei die Füße platt. Aber es lohnt sich, denn Montevideo hat viele schöne Ecken, die alle entdeckt werden wollen. Besonders schön ist die Altstadt, die abends allerdings sehr unsicher wird (wir werden extra gewarnt, uns dort nach Sonnenuntergang nicht mehr aufzuhalten). Das alte Hafenviertel erreichen wir zur Mittagszeit und nutzen die Gelegenheit, in der alten Markthalle Parilla zu essen. Hier tummeln sich mittags allerlei Einwohner, vom Schuhputzer bis hin zum Businessmann, um die zahlreichen Parillastände, deren würzig-rauchige Dämpfe die ganze Halle einräuchern.

Insgesamt lernen wir in Montevideo sehr viel von Uruguays Geschichte und Mentalität kennen. Auf dem Hauptplatz der Stadt, dem Plaza Independencia, steht ein riesiges Mausoleum des Freiheitskämpfers José Gervasio Artigas. Dessen Überreste werden im Keller des Mausoleums von einer Ehrengarde bewacht, einem sehr schön hergerichteten Raum mit einigen Eckdaten aus seinem Leben an den Wänden.

 

Die Mentalität der Montevideanos oder der Uruguayaner allgemein ist SEHR entspannt. Wenn man dachte, in Brasilien schon genug Mate-trinkende Menschen gesehen zu haben, wird man hier eines Besseren belehrt. Jeder (!) läuft hier mit seinem Becher in der Hand und der Thermoskanne in der Armbeuge herum. Und wenn der Becher ausgetrunken ist und die Sonne so schön scheint, legt man sich einfach mal für ein kurzes Schläfchen auf die Wiese oder eine Bank. Wir haben uns anstecken lassen: Nach einem langen Spaziergang am Flussufer finden wir uns auch auf der Wiese ein und lassen die Seele baumeln – fehlt nur noch der Mate. Zwar sind es noch ein paar Tage bis zu meinem Geburtstag, trotzdem bekomme ich von Peter spontan einen Matebecher als Geschenk. Thermoskanne und Tee kaufe ich mir noch dazu. Die Entspannung kann kommen!

Montevideo hat uns wieder ein bisschen aufmuntern können. Trotzdem ist ein Aufenthalt in einem Land für gerade mal 5 Tage viel zu kurz. In einem so langen Urlaub zu sagen, dass man gestresst ist, klingt vielleicht komisch, aber wir fühlen uns so. Die viele mit der Reise verbundene Planerei (um von einem Ort zum anderen zu kommen etc.) ist auf die Dauer ganz schön anstrengend. Wir freuen uns schon auf die Entspannung in Australien. Aber jetzt geht es erstmal noch weiter nach Argentinien. Wir haben nur noch 3 Wochen Zeit, bis der Flug nach Sydney geht – so ein Stress 😉


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4 thoughts on “Tranquillo in Montevideo

  1. … sehr schöne fotos.????
    es macht spass hier vorbeizuschauen und in andere welten einzutauchen. merci

  2. Hallo, ihr zwei Lieben 🙂
    Schön, dass ihr wieder „Licht“ am Horizont seht 😉
    Montevideo, Uruguay, hm…habt ihr Chancen, zu La Vela zu gehen? Ich weiß nicht, wo gerade Konzerte anstehen.

    Eine sehr bunte Stadt, die gefällt mir. Und wie immer ist es spannend, euren Berichten aus einer ganz anderen Welt zu folgen. Ich wünsche euch so, dass ihr euch nicht gehetzt fühlt.
    Fühlt euch umarmt, liebe Grüße, Do

  3. Liebe Sara, lieber Peter. Wir sitzen gemütlich am anderen Ende , ich will nicht sagen am …. der Welt (aber fast) zu dritt bei mir im Büro und schauen uns eure Fotos an. Do kämpft um Ihre Strickwolle mit Berti. Er hat einen grossen Spass ihr die Strumpfwolle zu klauen. Egon schaut abwechselnd eure Fotos und Bertis Treiben an. 😉 Lasst es euch gut gehen.
    Liebe Grüße von Do, Egon und Ute

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