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Aus Zeitmangel entscheiden wir uns, in Argentinien nicht in der Hauptstadt Buenos Aires Halt zu machen, sondern direkt zu unserem nächsten geplanten Ziel zu fahren: in den hohen Norden Argentiniens nach Salta.
Von Montevideo aus gibt es keine Direktverbindung dorthin, sondern nur über Córdoba. Wir buchen also jeweils einen Nachtbus und verbringen einen Tag ohne Übernachtung in Córdoba.
Weil die erste Nachtfahrt nicht sehr erholsam ist, beschränken wir unseren Ausflug aufs Minimum – im Café sitzen, einmal durch die Fußgängerzone schlendern, auf dem Marktplatz sitzen. Peter entdeckt seine alte Sucht wieder – Super-Panchos essen!

Auf dem Hauptplatz werden wir noch Zeugen einer sehr merkwürdigen Zeremonie. Angelockt von Musik einer Blaskapelle sehen wir ein Aufgebot an Schülern mit argentinischen und deutschen Fahnen, ein paar wichtigen Leuten und eine Reihe von Ehrenkränzen, unter anderem in schwarz-rot-gold. Wir sind verwirrt. Es stellt sich heraus, dass diese Versammlung das 25-jährige Bestehen der argentinisch-deutschen Freundschaft feiert, und zwar exakt am 2.Oktober! Das laute Mitsingen der Nationalhymne am Schluss verkneifen wir uns ausnahmsweise mal 😉

 

Endlich, nach einer weiteren Bus-Nacht kommen wir im beschaulichen Salta an. Salta selbst ist wie jede südamerikanische Stadt recht ereignislos – Schachbrettmuster-Straßen mit einem Hauptplatz, auf dem sich die Kirche und die Stadtverwaltung um ein Denkmal versammeln. Eine interesante Attraktion hat Salta jedoch zu bieten: ein archäologisches Museum, das drei erstaunlich gut erhaltene Kindermumien aus der Inka-Zeit ausstellt.

Nebenbei lernt man dort auch einiges über die Inka-Kultur, -Kunst und -Rituale: Um den riesigen Vielvölkerstaat, der von den brasilianischen Amazonas-Quellen bis hier nach Nord-Argentinien reichte, kulturell zusammenzuhalten, wurden besonders ausgewählte Kinder der verschiedenen Stämme nach Cusco, dem Zentrum der Inka-Welt gebracht, um dort rituell miteinander verheiratet zu werden. Nach aufwendigen Prozessionen und teils langen Wanderschaften nach Hause wurden diese Kinder dann auf den Berg Llullaillaco gebracht, mit Koka und Alkohol betäubt und – kurzerhand lebendig begraben! Dort sollten sie für den in der nähe lebenden Stamm eine Verbindung zur Totenwelt ihrer Vorfahren herstellen, die über den Stamm und das Land als Götter wachten. Wegen des trockenen und eisigen Klimas blieben die Körper der drei Mumien-Kinder über Jahrhunderte unversehrt und erwecken bis heute den Eindruck, jederzeit wieder lebendig zu werden.

Auch heute noch lässt sich auf der Straße die Inka-Vergangenheit dieses Landesabschnitts nicht verleugnen – die meisten Einwohner sind klein, haben dunkle Haut und ein asiatisch anmutendes Geschicht. Jede Frau unter 30 sieht hier aus wie Pocahontas!

 

 

Wir verbringen drei Tage in Salta um unsere persönlichen Akkus wieder aufzuladen. Zudem werden ein paar Tour-Büros abgeklappert um eine Tour zu den Salinas Grandes, einem riesigen Salzsee, zu buchen. Auf der Suche nach Geld verzweifeln wir fast, weil wir keinen Geldautomaten finden, der uns auch Geld rausgibt. Wir ärgern uns, nicht vorher in Uruguay noch US-Dollar abgehoben zu haben, die wir auf dem Schwarzmarkt für einen sehr guten Kurs hätten tauschen können. Argentinien ist wegen der hohen Inflation unglaublich teuer geworden!


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2 thoughts on “Große Busreisen – Cordoba und Salta

  1. hallo, ihr zwei lieben.
    wenn ich nicht wüßte, dass ihr gut in australien gelandet seid und auf den weg nach melbourne, würde ich mir langsam sorgen machen…..

    viel spaß down under, grüße die lieben, do

    1. Liebe Doris,
      ich war ein bisschen faul und wir hatten schlechtes Internet, deswegen kam nichts Neues. Bald kommt wieder was 😉

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